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Mahnmal in Lackenbach

Gedenken an die NS-Opfer der Roma und Sinti

Am Samstag, 17. November 2018 wurde beim Mahnmal in Lackenbach an die von den Nationalsozialisten ermordeten Roma und Sinti gedacht. Vor dem Anschluss im Jahr 1938 lebten in Österreich ca. 11.000 Roma und Sinti, ungefähr 8.000 tausend im Burgenland.

KV-Roma

Roma Jugend mit Vertretern der Politik und der Roma-Organisation vor dem Mahnmal

Bei der Gedenkveranstaltung am Mahnmal für Roma und Sinti in Lackenbach haben die Schüler und Schülerinnen des BRG Oberpullendorf und die Roma-Jugend aus dem Burgenland mit ergreifenden und berührenden Texten ihre Gedanken zum Thema Rassismus, Ausgrenzung und gegenwärtigen Roma-Feindlichkeit in vielen Ländern Europas zum Ausdruck gebracht. Tief beeindruckt zeigten sich die Gedenkteilnehmer; seitens der Politik Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka, Landeshauptmann Hans Niessl, Landtagspräsident Christian Illedits, 2. Landtagspräsident Ing. Rudolf Strommer.

Zeichen gegen Vergessen
Christian Klippl, Obmann des Kulturverein österreichischer Roma, sagte, dass es kaum noch lebende Zeitzeugen unter den Roma und Sinti gibt, die Zeugnis ablegen können was ihnen und ihren Familien angetan wurde. "Es besteht daher die Gefahr des Vergessens. Mit der heutigen Gedenkveranstaltung setzen wir ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen."

Der Geschichte stellen
Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka betonte, dass sich Österreich sich nach dem Zweiten Weltkrieg sich lange schwer getan hat mit der leidvollen Geschichte der Roma-Volksgruppe: "Wer sich dieser und seiner Geschichte nicht stellt den stellt irgendwann die Geschichte." Sobotka hob hervor, dass erst mit Bundeskanzler Vranitzky beginnend bis zu Bundeskanzler Schüssel auch im offiziellen Österreich auch in der Frage der Entschädigung und ein klein wenig des Widergutmachens in die allgemeine Politik aufgenommen wurde.

"Auch in unserem Heimatland Burgenland wurde kaum darüber gesprochen, dass auch viele mitschuldig geworden sind", erklärte Landeshauptmann Niessl. Weiters meinte Niessl, dass Erinnerung die Voraussetzung sei, um wachsam bleiben. "Wer die Vergangenheit nicht sieht, wird auch blind für die Gegenwart und für die Zukunft."

Geistlichen Beistand mit ihrem Ökumenischen Gebet leisteten Roma-Seelsorger Pfarrer Matthias Platzer und die Evangelische Pfarrerin MMAg. Irmgard Langer. Manuela Horvath von der Roma-Pastoral sprach ein Gebet in Romanes.

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