Kulturverein österreichischer Roma
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Gedenksteinenthüllung in Chelmno/Polen

Völkermord an Roma und Sinti

Etwa 4.300 österreichische Roma und Sinti fielen im Jänner 1942 im Vernichtungslager Kulmhof (Chelmo nad Nerem) dem nationalsozialistischen Rassenwahn zum Opfer.
Am 3. August 2016 fand die Enthüllung eines Gedenksteins zur Erinnerung an die ermordeten österreichischen Roma statt.

Im Rahmen einer Gedenkfeier fand am 3. August 2016 am Rande des Roma-Massengrabs im Wald bei Chelmno nad Nerem Las Rzuchowski auf dem Gebiet des Museums der ehemaligen deutschen Vernichtungslager Kulmhof in Chelmno an der Ner, Außenstelle des Märtyrer-Museums in Zabikowo, Kulturanstalt der Wojewodschaft Großpolen die Enthüllung eines Gedenksteins zur Erinnerung an die ermordeten österreichischen Roma mit polnischer und österreichischer politischer Prominenz sowie nationaler und internationaler Roma-Vertretern statt. 

Die Initiative dafür ging vom Vorsitzenden der Roma Union Poland, Roman Chojnacki, aus. Gemeinsam mit dem Obmann des Kulturverein österreichischer Roma, Christian Klippl, enthüllte der polnische Roma-Vertreter das Mahnmal.

Die Inschrift lautet: Gewidmet allen, die als ganze Familien in den Himmel gezogen sind … - Zum Gedenken an etwa 4300 Roma und Sinti aus Österreich, die im Jänner 1942 aus dem Ghetto Litzmannstadt in das Vernichtungslager Kulmhof verschleppt und dann im selben Monat von den deutschen Besatzern ermordet wurden. Ihre Schreie und Leiden nahm der Erdboden auf, der die Asche tausender Opfer verbirgt. Wir werden Euch nie vergessen!"

Der Präsident des burgenländischen Landtags, Christian Illedits, die Präsidentin des Landtags Steiermark, Dr. Bettina Vollath, der Österreichische Botschafter in Polen, Dr. Thomas Buchsbaum und Christian Klippl, hielten Gedenkreden.

Begrüßt wurden die Gäste (unter denen sich auch der 2. Landtagspräsident des Burgenlandes Ing. Rudolf Strommer befand) vom Vorsitzenden der Roma Union Poland, von dem die Initiative zur Errichtung des Gedenksteins ausging. Die Segnung des Gedenksteins wurde durch den österreichischen Weihbischof Franz Scharl, zuständig für Roma und andere Minderheiten, gemeinsam mit dem polnischen Weihbischof Damian Bryl durchgeführt.

Gedenksteinenthüllung: Roman Chojnacki (l.) und Christian Klippl

Die Errichtung des Gedenksteins war maßgeblich vom heuer verstorbenen Obmann des Kulturverein österreichischer Roma, Prof. Rudolf Sarközi, unterstützt worden.

Zwischen 4. und 8. November 1941 fuhr täglich ein Eisenbahnzug von den Bahnhöfen Mattersburg, Rotenturm, Oberwart, Hartberg und Fürstenfeld, mit meist burgenländischen Roma nach Lodz. 5.007 Personen, davon 2.000 Personen aus dem KZ-Lackenbach, wurden in das „Zigeunerghetto“ Litzmannstadt deportiert. Über 600 deportierte Personen starben bereits in den ersten Wochen nach der Ankunft. Die meisten wahrscheinlich an einer Fleckfieberepedemie.

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