Erinnerung an NS-Verbrechen

Stadt Salzburg platziert Infopulte bei Mahnmalen

Die Stadt Salzburg setzt sich in einem groß angelegten Projekt mit ihrer Geschichte in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft auseinander.

Mahnmal für Roma und Sinti beim Ignaz Rieder Kai 21, mit dem Infopult

Mahnmal für Roma und Sinti beim Ignaz Rieder Kai 21, mit dem Infopult

Seit dem Jahr 2018 werden im Stadtgebiet in unmittelbarer Nähe zu Mahnmalen Infopulte platziert, die an die Verbrechen während des Nationalsozialismus erinnert. Das in grau gehaltene Pult bietet grundlegende Informationen über die historischen Intergründe als auch über das Kunstwerk sowie über die Gedenkstätte.

Im Sommer 2019 wurde beim Mahnmal für Roma und Sinti am Ignaz Rieder Kai, ein entsprechendes Pult errichtet. In deutscher und englischer Sprache wird über die Verfolgung und Vernichtung der Roma und Sinti in der Stadt Salzburg während der NS-Zeit sowie über die Errichtung des Mahnmales informiert.

Text:
MAHNMAL FÜR ROMA UND SINTI
MEMORIAL TO ROMA AND SINTI

Im Sommer 1940 hielten die Nationalsozialisten als „Zigeuner“ ausgegrenzte Menschen in den Pferdeställen der Trabrennbahn in Parsch gefangen. Die Roma und Sinti sollten in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert werden. Der Abtransport verzögerte sich jedoch, weshalb sie zunächst im „Zigeunerlager Maxglan“ konzentriert wurden. Dieses befand sich in der Nähe des heutigen Schwarzgrabenwegs. Das Lager unterstandder Polizei, Salzburger Polizisten bewachten die mehr als 300 Häftlinge. Die Männer mussten Zwangsarbeit leisten, an die 50 Personen wurden zur Mitarbeit am Film „Tiefland“ der Regisseurin Leni Riefenstahl gezwungen.

Im Frühjahr 1943 deportierten die Nationalsozialisten den Großteil der Häftlinge nach Auschwitz. Nachweislich 164 von ihnen wurden dort ermordet, darunter 17 Kinder, die im „Zigeunerlager“ zur Welt gekommen waren.

1985 errichtete die Stadt Salzburg das Mahnmal für Roma und Sinti auf dem Gelände der ehemaligen Trabrennbahn. Das Kunstwerk stammt vom Salzburger Künstler Zoltan Pap. Aus einem Sockel aus Ziegelsteinen, die an den Kamin eines Krematoriums erinnern, ragt eine Hand, die sich in den einzelnen Metallplatten nach und nach in einen Flammenstern auflöst.

Human beings who had been marginalized as “Gypsies” were imprisoned by the Nazis in the stables of the harness racing track in Salzburg’s Parsch neighborhood in summer 1940. These Romani and Sinti people were to be sent to the Auschwitz extermination camp but, due to transport delays, they were initially concentrated in Zigeunerlager Maxglan, which was set up near the lane now called Schwarzgrabenweg. The police were in charge of the camp; Salzburg police officers kept guard over more than 300 prisoners. The men did forced labor; approximately 50 individuals were conscripted to work on the film “Tiefland” (Lowlands) directed by Leni Riefenstahl.

In spring 1943, the Nazis transported most of the prisoners to Auschwitz. Records prove that 164 of them were murdered there, including 17 children who had been born in the Zigeunerlager.

In 1985, the City of Salzburg erected the Memorial to Romani and Sinti on the former race track’s grounds. The work of art was done by Salzburg artist Zoltan Pap. Its round base built of bricks calls to mind the chimney of a crematorium. Standing on that base is a series of metal plates arrayed one behind the other; incised into them is a hand that morphs, layer by layer, into a star formed by flames.

Info unter: www.stadt-salzburg.at/ns-projekt

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