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Roma-Aktivist Ludwig Horvath gestorben

Am 18. Juni 2020 ist im Alter von 65 Jahren der bekannte Roma-Aktivist Ludwig "Burli" Horvath gestorben. Viele Jahre war er in verschiedenen Roma-Organisationen tätig und setzte sich für die Rechte und für eine bessere Zukunft der Roma-Volksgruppe ein.

Ludwig Horvath setzte sich für ein

Ludwig Horvath setzte sich für ein "friedliches Zusammenleben" zwischen Roma und Nicht-Roma ein.

 Ludwig Horvath wurde am 23. März 1955 als eines von sieben Kindern des Ehepaars Horvath in Oberwart geboren und aufgewachsen in der so genannten zweiten Oberwarter Roma-Siedlung. 1975 lernte "Burli" seine spätere Frau kennen und sie beschlossen , nach Ungarn, zur Familie seiner Frau zu ziehen. Er war einer der wenigen österreichischen Gastarbeiter im kommunistischen Ostblock. Ludwig erlernte ungarisch und schloss eine Berufsausbildung als Forstarbeiter ab.

Ludwig Horvath anlässlicher der Mariazeller Roma-Wallfahrt

Anfang der 1980er Jahre kehrte er mit seiner Familie wieder nach Österreich zurück und arbeite im Straßenbau. Wie viele andere Burgenländer wurde er zum Wien-Pendler. Nach seiner Pensionierung war Ludwig Horvath in verschiedenen Roma-Organisationen tätig und setzte sich für die Rechte und für eine bessere Zukunft der Roma-Volksgruppe ein. Die Sprache der Roma, das Burgenland Romani, war für ihn ein wichtiger Bestandteil der ethnischen Identität.

In einer Aussendung sagte Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, "dass die Volksgruppe der Roma und das Burgenland mit dem Tod von Ludwig Horvath einen großartigen Menschen verloren haben und ihn mit großer Trauer erfüllt."

Der Kulturverein österreichischer Roma wird Ludwig Horvath stets in freudiger Erinnerung behalten und ein ehrendes Andenken bewahren.

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