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Wir gedenken - Amen gondolinas

22. Jahrestag des Attentats von Oberwart

Durch eine Rohrbombe wurden Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 aus dem Leben gerissen.

Ehrengäste, Roma-Vertreter mit Weihbischof Franz Scharl und Manuela Horvath (Mitte).

4. Februar 1995, kurz nach 23.00 Uhr. Vier Männer brechen zum Kontrollgang durch die Roma-Siedlung in Oberwart auf, weil sie verdächtigen Lärm gehört hatten. Auf einer Kreuzung rund 250 Meter von der Siedlung entfernt entdeckten sie einen unbekannten Gegenstand, der von weitem wie ein Verkehrszeichen aussah. Er bestand aus einem Sockel, einem 1,20 Meter hohen Rohr sowie eine darauf befestigte Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“. Die vier wollten das Objekt entfernen, jedoch war im Rohr eine Sprengladung verborgen. Beim Anheben wurde der Zündmechanismus ausgelöst und die Sprengfalle explodierte. Josef Simon, Peter Sarközi, Karl Horvath und Erwin Horvath waren sofort tot. Es war dies der schwerste politisch und rassistisch motivierte Anschlag in der Geschichte der Zweiten Republik, der Österreich erschütterte.

Weihbischof Dr. Franz Scharl

Anlässlich des 22. Jahrestages des Anschlages gedachten am 5. Februar 2017 Angehörige der Roma-Volksgruppe und Nichtroma beim Attentatsort der Opfer. Weihbischof Dr. Franz Scharl berührte mit seiner Ansprache und begleitetem Gebet die Gedenkteilnehmer. 

Veranstaltet wurde die Gedenkfeier von der Romapastoral unter der Leitung von Manuela Horvath.

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