"Rechtsextremismus in Österreich - ein aktueller Überblick"

Dr. Bernhard Weidinger ist Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien.

Dr. Bernhard Weidinger ist Lehrbeauftragter am Institut für Internationale Entwicklung an der Universität Wien.

Vortrag von Dr. Bernhard Weidinger im Roma-Doku

Großes Interesse fand am 27. Februar 2019 der Vortrag des Politologen und Mitarbeiter in der Rechtsextremismusabteilung des Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Dr. Bernhard Weidinger, zum Thema "Rechtsextremismus in Österreich" in den Räumlichkeiten des Dokumentations- und Informationszentrum des Kulturverein österreichischer Roma.

Der Rechtsextremismusexperte erklärte, dass Rechtsextremismus eine Ideologie sei, in deren Zentrum die Verneinung der Gleichheit aller Menschen steht. Weitere zentrale Merkmale sind Autoritarismus und die Überordnung des eigenen  - als Abstammung-Gemeinschaft verstandenen -Volks über andere.

Im ersten Teil seines Vortrages konkretisierte er welche Faktoren mitspielen, sich dem Rechtsextremismus hinzuwenden. Dazu gehören etwa der Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit, nach Beachtung und Anerkennung aber auch der Wunsch nach Weltverstehen und ökologischer Sicherheit. Der Rechtsextremismus, so Dr. Weidinger, sei aber auch eine Kombination aus schwarz-weiß Denkens, aus Sündenbockdenken, und Angstpolitik die Gesellschaft stehe vor einer großen Bedrohung.

Dr. Gerhard Baumgartner, wissenschaftl. Leiter DÖW, Dr. Bernhard Weidinger, Andreas Sarközi (v.l.).

Im ersten Teil seines Vortrages konkretisierte er welche Faktoren mitspielen, warum und weshalb sich Menschen dem Rechtsextremismus hinzuwenden. Dazu gehören etwa der Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit, nach Beachtung und Anerkennung aber auch der Wunsch nach Weltverstehen und ökologischer Sicherheit. Der Rechtsextremismus, so Dr. Weidinger, sei aber auch eine Kombination aus schwarz-weiß Denkens, aus Sündenbockdenken, und Angstpolitik die Gesellschaft stehe vor einer großen Bedrohung. Der Politologe fügte noch hinzu, jede Person habe das Potenzzial für Rechtsextremismus anfällig zu sein: „Dass es das Problem einer bestimmten Schicht sei, ist ein gefährlicher Irrtum, weil dieser Glaube den Blick auf das Gesamtproblem verschleiert.“

Im zweiten Teil seiner Ausführungen brachte er Beispiele welche bestimmte Zeichen, Symbole, Kleidung, Accessoires, Musik sowie Printmedien und Internetseiten sich die rechtsextremistische Szene bedienen. Nach dem 70-minütigen Vortrag stand Dr. Weidinger den Fragen der Gäste zur Verfügung.

Dr. Bernhard Weidinger hat zahlreiche Beiträge in Sammelbänden und Zeitschriften über Rechtsextremismus und Burschenschaften veröffentlicht und ist Autor des Buches „Im nationalen Abwehrkampf der Grenzlanddeutschen. Akademische Burschenschaften und Politik in Österreich nach 1945“ (Böhlau Verlag 2015). Er ist Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU).



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